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Meller Kreisblatt vom 22.09.2012

22.09.2012

Vor 100 Jahren (1912)

Die Kartoffelernte war nach einem Bericht vom 18. September sehr ergiebig. Sie war das Hauptnahrungsmittel der damaligen Zeit. In der Provinz Hannover fiel die größte Kartoffelmenge an.

Auf der Herdbuchtierschau im Schützenhofe am 24. September waren 17 Bullen, 74 Kühe, 28 Rinder und fünf Kälber ausgestellt. Es wurden wertvolle Preise vergeben. Mittags wurden die preisgekrönten Tiere den Besuchern vorgeführt. Zum Mittagessen spielte eine Blaskapelle. Abends war Züchterball.

Am 26. September wurde gemeldet, dass sich 34 Zöglinge an der Königlichen Präparandenanstalt in Melle angemeldet hatten. Zwei wurden zurückgewiesen, einer, weil er zu jung, einer, weil er krank war. Von den 32 Prüflingen bestanden 28 die schwierige Prüfung. Das neue Schuljahr begann am 17. Oktober.

Das Bürgervorsteherkollegium der Stadt Melle wählte in einer Sondersitzung am 30. September die Mitglieder für die Einkommensteuer-Kommission. Gewählt wurden Senator Beckmann, Bürgervorsteher Friedrich Voß, Schlossermeister August Jäger jun. und Werkmeister Wilhelm Bensiek. Zu Ersatzleuten wurden gewählt Bäckermeister Hermann Budde, Schuhmachermeister Wilhelm Nagel, Schmiedemeister Johannes Konering und Fabriktischler Kreye.

Am 1. Oktober tobte über dem Kreis Melle ein heftiger Herbststurm. Bäume wurden umgeweht, Mauern umgestoßen und Fenster zerstört. Zahlreiche Fernsprech-Freileitungen waren gerissen.

Vor 75 Jahren (1937)

Nach einem Bericht vom 22. September wurden die bisher ehrenamtlich geleiteten Kreisamtsleitungen der NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) von Melle und Wittlage zusammengelegt und hauptamtlich verwaltet. Angestellt wurde der Kreisamtsleiter Tigges aus Varel. Seit 1933 hatte der Stadtinspektor Georg Büscher die NSV-Stelle in Melle ehrenamtlich vorbildlich verwaltet.

In einer Feierstunde am 25. September wurde der Mittelschulrektor Rudolf Gerdes verabschiedet. Er trat am 1. Oktober in den Ruhestand. Bürgermeister Dr. Helmut Lindemann danke ihm für seine treuen Dienste. Siebenundzwanzig Jahre lang leitete er vorbildlich die städtische Mittelschule. Konrektor Georg Lange übermittelte den Dank des Kollegiums.

In einer Feierstunde in der Stadthalle wurden am 27. September die achtzehn Jahre alten Hitler-Jungen in die SA, SS oder andere Formationen der NSDAP übernommen. Die Verpflichtung der 38 Hitler-Jungen nahm Standartenführer Reinhardt Osnabrück vor.

Der Gendarmeriemeister Hahn aus Oldendorf wurde am 30. September in den Ruhestand verabschiedet. Obermeister Mankopf aus Melle würdigte die Verdienste des Kameraden Hahn und lobte seine vorbildliche Pflichttreue. Landrat Hermann von der Forst sprach den Dank des Kreises Melle und der Bezirksregierung Osnabrück aus.

Der Stadtkassenrendant Franz Geile konnte am 1. Oktober sein vierzigjähriges Dienstjubiläum feiern. Bei einer Feierstunde im Hotel „Japing“ überreichte Bürgermeister Dr. Helmut Lindemann die Ehrenurkunde und dankte ihm für seine treuen Dienste. Er dankte auch für die langjährigen ehrenamtlichen Dienste in der Feuerwehr und beim Deutschen Roten Kreuz.

Am 4. Oktober wurde berichtet, dass der Pächter Heinrich Oberdieck den Kotten des Gutes Gesmold am Grönenberg in Melle fünfundzwanzig Jahre bewirtschaftete. Frau Oberdieck bot regelmäßig den Sportlern auf dem benachbarten Sportplatz Erfrischungen an, neben Wasser aus dem Hausbrunnen auch Milch und Butterbrote.

Vor 50 Jahren (1962)

Am 15. und 16. September fand in Melle das 2. Patenschaftstreffen der Vertriebenen aus dem früheren Kreis Regenwalde in Pommern statt. In der Feierstunde im Städtischen Festsaal sprach Dr. von Bismarck, selbst aus Pommern stammend. Am Ehrenmal im Grönenbergpark hielt Pastor Jungklaus aus Regenwalde eine Andacht. Der Rat der Stadt Melle hatte eine Straße als „Regenwalder Straße“ benannt. Das Straßenschild enthüllte Heimatkreisvorsitzender von Wedel.

Im Sitzungssaal des Meller Rathauses wurden am 20. September verschiedene Meller Sportler von Landrat Franz Röhr und stellvertretender Bürgermeister Willy Schlattmann besonders geehrt. Der Turner Uwe Ludwig und die Acht-Paargruppe von Tura „Grönenberg“ errangen in Bremerhaven den Titel des „Deutschen Meisters“.

Die Kurverwaltung Melle unter Kurdirektor Hermann Fromme veranstaltete vom 22. bis 24. September im Saale Honerkamp das „Fest der Zehntausend Blüten“. Gärtnermeister Emil Peters hatte den Saal mit Dahlien und Astern vortrefflich geschmückt. Veranstaltet wurden mehrere Konzerte mit Sängern des Osnabrücker Stadttheaters und ein Tanzabend mit dem Orchester Gustel Huck.

Bei der Kirchenvorsteher-Wahl der Petri-Kirchengemeinde Melle am 23. September wurden gewählt: Bauer Wilhelm Aulbert, Drantum, Polstermeister Walter Henke, Melle, und Angestellter Wilhelm Kramm, Melle, Ersatzleute waren die Apothekerin Annemarie Ebermaier,Melle, Angestellter Heinrich Kleemann, Melle und Kaufmann Heinrich Stegmann, Altenmelle.

Vor 25 Jahren (1987)

Siebzig Jahre alt wurde am 15. September der frühere Oberkreisdirektor des Kreises Melle Rolf Wandhoff. Oberkreisdirektor in Melle war er von 1958 bis 1968, in Githorn vom 1968 bis 1976 und danach bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1981 Regierungspräsident in Lüneburg.

Rolf Wandhoff war ein tüchtiger Verwaltungsfachmann und in Melle sehr beliebt. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse, dem Verdienstorden des Landes Niedersachsen I. Klasse, Feuerwehr-Ehrenkreuz 1. und 2. Klasse, Ehrennadel des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und dem Ehrenteller des Kreises Melle und des Kreises Regenwalde. Er war Begründer und lange Zeit Vorsitzender des „Rotary Clubs“ in Melle.

In Altenmelle wurde am 12. und 13. September wieder das traditionelle Erntedankfest gefeiert, ausgerichtet von der Altenmelle Feuerwehr unter Ortsbrandmeister Hugo Glane. Bei anhaltendem Regen zog ein Festzug vom Hofe Kaase im Lienesch zum Festplatz im Zelt an der Thomasburg. Dort hielt Ortsbürgermeister Hans Harms die Festansprache und würdigte die Pflege des alten Brauchtums in Altenmelle. Der MGV „Liedertafel“ erfreute die Besucher mit einigen gesanglichen Darbietungen.

Der Vorsitzende Günter Oberschmidt übernahm nach einem Bericht vom 19. September das Einloten der Richtkrone auf der Westhoyeler Wallholländer-Windmühle mit einem prallen Sack Korn. Zuvor war mit einem riesigen Autokran die komplette Mühlenhaube auf den Turmstumpf gesetzt worden. Dieses schwierige Manöver dauerte etwa drei Stunden. Viele Zuschauer hatten sich versammelt, um dieses interessante Vorhaben mitzuerleben.

Zum vierzehnten Male fand am 26. und 27. September in Melle das Patenschaftstreffen der Vertriebenen aus Regenwalde in Pommern statt. Annähernd eintausend Gäste nahmen daran teil. Es begann am Sonnabendnachmittag mit der Feier der goldenen Konfirmation in der Petrikirche für etwa 80 Regenwalder der Geburtsjahrgänge von 1920 bis 1923. Karl Müller und Egon Witt, gegenwärtig in Bielefeld wohnend, hatten viele Stunden aufgewandt, um eine Ausstellung auf 22 Schautafeln, betitelt „Pommern – Land an der Ostsee“, im Rathaussaal aufzubauen.

Bei der Heimatkundgebung am Sonntagvormittag im Städtischen Festsaal hielt Rüdiger von Borke die Festansprache. In der Feierstunde am Ehrenmal im Grönenbergpark hielt Pastor Hartmut Joecks, jetzt Quakenbrück, früher Kreis Regenwalde, die Gedenkrede für die Toten und Vermissten des Kreises Regenwalde.

In einem feierlichen Pontifikalamt im Dom zu Osnabrück am 27. September wurde der Theologe Ludwig Averkamp als neuer Bischof von Osnabrück eingeführt. Er war der Nachfolger von Bischof Helmut Hermann Wittler, der etwa 30 Jahre dieses hohe Amt wahrgenommen hatte.

Am 28. September starb im Alter von fast 87 Jahren der Sparkassendirektor i. R. Johannes Bramkamp. Er war von 1928 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1965 bei der Meller Sparkasse tätig, ab 1954 als stellvertretender Leiter und ab 1963 als Vorstandsmitglied. Wegen seiner liebenswerten menschlichen Eigenschaften genoss er hohes Ansehen bei den Kunden der Sparkasse.

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