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Meller Kreisblatt vom 02.11.2012

02.11.2012

Vor 100 Jahren (1912)

Die Lehrer der Samtgemeinde Buer hatten sich am 26. Oktober in der Schule in Wehringdorf versammelt, um das 25-jährige Dienstjubiläum ihres Kollegen Dieckhoff zu feiern. Lehrer Dieckhoff war schon 24 Jahre an der Schule in Wehringdorf tätig.

Der Männergesangverein „Liedertafel“ Altenmelle feierte am 27. Oktober sein sechstes Stiftungsfest im Saal Lührmann. Es wurde ein abwechselungsreiches Programm mit Konzert, Gesangsvorträgen und humoristischen Vorträgen geboten, außerdem ein spannendes Theaterstück.

Am 27. Oktober um sieben Uhr früh brannte das Wohnhaus des Colonen Beckmann, genannt Brandt, in Hücker-Aschen bis auf den Grund nieder. Die Brandursache war unklar. Der bedeutende Sachschaden war durch eine Versicherung gedeckt.

Der Fabrikant der Zündwarenfabrik Ernst Starcke starb am 30. Oktober im Alter von 70 Jahren an einem Herzinfarkt. Der Maschinenbau-Ingenieur gründete 1893 zusammen mit seinem Bruder die Zündwarenfabrik Starcke & Co. an der Buerschen Straße. Er hatte ein nettes Wesen und erfreute ich allgemein großer Wertschätzung.

Im Jahre 1910 verfasste er das Buch „Aus der Vergangenheit der Stadt Melle“. Dazu hatte er fleißig über zwei Jahre lang die alten Rathausakten ausgewertet und abdrucken lassen.

Am 5. November war der Landrat und Kammerherr Otto von Pestel 25 Jahre Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Hauptvereins des Fürstentums Osnabrück. Bei einer Feier im Clubhaus wurden seine Verdienste gewürdigt, wurde ihm eine Ehrenurkunde überreicht.

Nach einem Bericht vom 18. November waren auf die Ausschreibung der Polizei-Sergeantenstelle der Stadt Melle etwa 50 Bewerbungen eingegangen. Eine Kommission hatte vier Bewerber ausgewählt und in die engere Wahl genommen. Über sie sollten noch weitere Erkundigungen eingeholt werden.

Nach einer Meldung vom 17. Oktober wurde die seit dem 4. August vakante zweite Pfarrstelle in Buer mit Pastor Ehlert aus Stade wieder- besetzt. Superintendent Grünewald und Landrat Otto von Pestel führten ihn in sein Amt ein, unter der Assistenz von Pastor Borchers aus Melle und Pastor Liebermann aus Hoyel.

Vor 75 Jahren (1937)

Am 31. Oktober wurde in Melle am Grönenberg das „Haus der Jugend“ vom Reichsjugendführer Baldur von Schirach eingeweiht. Es war im niedersächsischen Fachwerkstil neu gebaut worden.

Im Erdgeschoss befanden sich Jugendräume für die Hitler-Jugend und eine große Feierhalle, im Obergeschoss Schlafräume für die Jugendherberge. Baldur von Schirach gab dem Haus den Namen „Hermann-Göring-Heim“. Nach dem Ende der Nazizeit wurde es umbenannt in „Grönenburg“. Nach der Kundgebung marschierten alle Teilnehmer vor dem Rathaus am Reichsjugendführer vorbei. Nachmittags verlieh der Rat der Stadt Melle die Ehrenbürgerschaft an Hermann Göring, Baldur von Schirach und Gauleiter Carl Röver. Im Mai 1945 wurde allen dreien die Ehrenbürgerschaft wieder aberkannt.

Auf einer Ausstellung in Berlin, die nach einem Bericht vom 3. November anlässlich der „Woche des deutschen Buches“ veranstaltet wurde, wurde auch der Roman „Der einsame Weg“ von Wilhelm Fredemann präsentiert. Damit wurde dem heimischen Schriftsteller eine außerordentliche Anerkennung zuteil.

Am 6. November wurde ausführlich über die Meller Schulgärten berichtet. Der Schulgarten der Meller Mittelschule befand sich am „Roten Gang“ und wurde von Mittelschullehrer Meyerhoff betreut. In den Schulgärten sollten die Schüler lernen, wie sie später Obst und Gemüse in ihren Hausgärten anbauen konnten.

Am Abend des 9. Novembers versammelten sich die Formationen der SA und der HJ auf dem Marktplatz und marschierten von dort in einem Fackelzug zum Grönenberg. Auf einer Gedenkfeier am Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges sprach Kreisleiter Helmut Seidel über die Toten des 9. Novembers 1923. Anschließend fand in der Stadthalle noch ein geselliges Beisammensein statt.

Das Kirchengebäude in Neuenkirchen, erbaut während des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1637, war beim Großen Brand in Neuenkirchen am 18. Mai 1883 vollkommen niedergebrannt. Erst nach dem Wiederaufbau des Dorfes wurde die Kirche gebaut und erst 1887 vollendet. Zur Feier des 50-jährigen Jubiläums war auch Kantor August Wiebold, über 60 Jahre Kantor in Neuenkirchen, nunmehr in Osnabrück wohnhaft und 94 Jahre alt, gekommen und freudig begrüßt worden.

Vor 50 Jahren (1912)

75 Jahre alt wurde am 8. November die Historikerin Maria Heilmann. Sie stammte aus Meppen und war im Jahre 1914 durch die Heirat mit dem Geheimen Medizinalrat Ludwig Heilmann nach Melle gekommen. Nach dem frühen Tod ihres Ehemannes studierte sie Gesichte und machte sich später um die Erforschung der Geschichte des Grönegaues sehr verdient. Am 5. Juni 1968 ernannte die Stadt Melle sie zur Ehrenbürgerin. Ihr wurde auch das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Am 9. November wurde Franz Stühlmeyer, Organist der St.-Matthäus-Gemeinde Melle, als neuer Chorleiter des MGV „Eintracht“ von Kreischorleiter Eugen Albers eingeführt. Er erklärte, dass er als Nachfolger von Ernst Schnell die neue Aufgabe gewissenhaft wahrnehmen wolle.

Er war erst 49 Jahre alt, als er am 12. November plötzlich starb, der Pastor Heinrich Rattemeyer in Melle. Nur vier Jahre konnte er in seiner Heimatstadt wirken. Er gab auch Religionsunterricht am Gymnasium Melle und war Vorsitzender des Krankenhausvorstandes.

Vor 25 Jahren (1987)

Der Heimatverein Westerhausen-Föckinghausen veranstaltete am 2. November im Saale Wente im Rahmen der Achthundertfünfundzwanzigjahrfeier einen „Plattdeutschen Abend“. Dazu war auch eine Trachtengruppe aus Borgloh gekommen. Ein unterhaltsames Programm wurde gestaltet vom 2. Vorsitzenden Hubert Sieckmann und von Elisabeth Benne. Umrahmt wurde der Abend von der Flötengruppe von Waltraud Weber.

Zur traditionellen Ratsübung wurden am 2. November die Feuerwehren Melle-Mitte, Altenmelle und Bakum „bei Nacht und Nebel“ zur Fabrik „Melos“ an der Oldendorfer Straße beordert. Übungsaufgabe war das Löschen eines Brandes in der Werkshalle, entstanden durch ausgelaufenes Öl. Der Löschtrupp musste schweren Atemschutz anlegen. Der stellvertretende Stadtbrandmeister Egon Potthoff überwachte den Übungsablauf und lobte die Leistungen der Einsatzkräfte.

Am 5. November wurde gemeldet, dass in Melle 2212 Personen arbeitslos waren. Das waren 10,1 Prozent. Die Zahl der Kurzarbeiter war allerdings von 163 im Monat September auf 848 im Monat Oktober gestiegen.

Am 5. November wurde die Freiwillige Feuerwehr zu einem Obdachlosenhaus an der Neuenkirchener Straße in Melle gerufen, weil Rauch aus den Fenstern und aus dem Schornstein drang. Der Schornsteinzug brannte wegen Überhitzung. Man ließ den Schornstein kontrolliert ausbrennen.

Die untere Mühlenstraße wurde am 7. November nach etwa zehnmonatiger Bauzeit wieder für den Verkehr freigegeben. Die Anlieger veranstalteten ein Straßenfest mit Musikdarbietungen. Die Jugendfeuerwehr spritzte Wasserfontänen mit Wasser aus der „Else“. Die Kosten des Ausbaues betrugen rund 900 000 DM.

Der Reit- und Fahrverein Melle-Gesmold veranstaltete am Sonntag, 8. November, die „Hubertusjagd“ rund um das Schloss Gesmold. Die Strecke war 16 Kilometer lang und war mit 35 gut zu überspringenden Hindernissen bestückt. Am Ende der Strecke musste bei der Schlossmühle der Fluss „Else“ übersprungen werden.

In der Gaststätte Hakemeyer in Oldendorf hielt die Jägerschaft Melle unter dem Vorsitz von Bauer Hubert Joost-Meyer zu Bakum am 11. November ihre Herbstversammlung ab, umrahmt von den Klängen der Jagdhornbläser. Dabei ehrte Forstamtsrat Ernst Rutsch längjährige Mit glieder, Reinhard Schürmann, Gerden, und Richard Vahle, Melle, für 50 Jahre, Gotthard Hübner und Johann Nien hüser für 25 Jahre Mitgliedschaft. Ein Referat hielt Dr. Reinhard Moch über das Thema „Wildbrett-Hygenie“.

Die Hegeringe des Kreises Melle veranstalteten nach einem Bericht vom 12. November in der Gaststätte Hakemeyer in Oldendorf ein Vergleichsschießen unter der Regie von Schießwart Walter Metz. Es nahmen 167 Jäger daran teil, mehr als im Vorjahre. Geschossen wurde auf eine Damhirsch-Scheibe. Die sechs besten Schützen erhielten für ihre Leistung eine Ehrenscheibe.

Erhebliche Anforderungen wurden am 15. November an die 130 Läuferinnen und Läufer des elften Crosslaufes der Leichtathletikabteilung von TuRa „Grönenberg“ im Waldgebiet der Meller Berge rund um das Weberhaus gestellt. Die Laufwege im Zwickenbachtal und an den Römerschanzen waren von den Organisatoren vorbildlich hergerichtet worden. Anfangs herrschte noch dichter Nebel, im weiteren Verlauf des Tages kam die Sonne durch. Leichtathletikfachwart Dieter Ulferts überreichte an die Sieger in den Altersklassen einen Pokal, unter anderen an Adolf Frech und an Margret Otto.

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