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Meller Kreisblatt vom 22.12.2012

22.12.2012

Vor 100 Jahren (1912)

Im voll besetzten Schützenhofsaal fand am 15. Dezember, und zwar am Sonntagnachmittag, eine Weihnachtsfeier der Evangelischen Volksschule statt. Dazu waren nicht nur die Schüler, sondern auch ihre Eltern gekommen. Ein Schülerchor unter der Leitung von Lehrer Gustav Gölitz leitete die Feier ein. Rektor Kortbrae hielt eine beeindruckende Weihnachtsansprache. Die schon älteren Schüler führten das Theaterstück „Der braven Kinder Weihnachtsfest“ auf. Das Stück fand bei allen Besuchern großen Anklang.
Im Saale Andrup an der Haferstraße sprach am 16. Dezember der Sekretär des Katholischen Volksvereins Osnabrück Schwedtmann über das neue Reichsversicherungsgesetz. Danach sollten im ganzen Lande flächendeckend Krankenkassen eingerichtet werden, im Kreise Melle eine Landkrankenkasse in jeder Samtgemeinde.
Das Wohnhaus des Colonen Knippenberg in Oldendorf, Essener Berg, brannte am Abend des 17. Dezember bis auf die Grundmauern nieder. Fünf Spritzen waren bei der Brandbekämpfung im Einsatz. Das gesamte Vieh und der größte Teil des Mobiliars konnten vor dem Feuer gerettet werden. Die Brandursache war unbekannt.
Die Bürgervorsteherwahl am 20. Dezember brachte folgendes Ergebnis: 1. Stadtlbezirk Kupferschmiedemeister Karl Humpe mit 43 Stimmen wiedergewählt, 2. Stadtbezirk Lehrer Heinrich Budke mit 45 Stimmen wiedergewählt, 3. Stadtbezirk Klempnermeister Louis Hotho mit 21 Stimmen neu gewählt.
Am 19. Dezember musste in einer Gemeindeversammlung der Gemeinde Bakum in der Gaststätte von Hermann Bohn am Bahnhof ein neuer Vorsteher gewählt werden, weil der bisherige Vorsteher Hermann Unbefunde nach etwa dreißigjähriger Tätigkeit nicht wieder kandidierte. Neue Bewerber waren Gastwirt Hermann Hemminghaus und Tischlermeister Karl Voß. Gastwirt Hermann Hemminghaus wurde mit 493 Stimmen zum neuen Vorsteher gewählt. Karl Voß erhielt 121 Stimmen. Zu Beigeordneten wurden Colon Prasse und Fabrikant Arnold Helling gewählt.

Vor 75 Jahren (1937)

Auch die Nationalsozialisten pflegten traditionsgemäß das Brauchtum der Nikolausfeier am 6. Dezember. Am frühen Abend hatten sich auf dem Marktplatz viele Kinder versammelt. Der Nikolaus, seit Jahren gespielt von Edmund Hauser, begrüßte die Kinder herzlich. Begleitet war er von seinem Knecht Ruprecht, mit einer Rute und einem großen Sack. Etwa 1500 Tüten wurden auf der Rathaustreppe vom Nikolaus an die Kinder verteilt.
Auch im NSV-Kindergarten an der Haferstraße, im früheren Clubhaus, hatte die Leiterin Buddenberg eine Nikolausfeier organisiert. Die Kinder trugen dem Nikolaus einige Lieder und eingeübte Verse vor. Anschließend wurden sie mit leckeren Tüten beschenkt.
Am 10. Dezember wurde gemeldet, dass starker Schneefall eine hohe Schneedecke auf die Landschaft gelegt hatte, so hoch, wie schon seit Jahren nicht mehr. Es entstand ein Verkehrschaos. Auf der Strecke zwischen Osnabrück und Wissingen waren vier Personenautos in den Graben gerutscht. Nur die Kinder freuten sich über die hohe Schneedecke. Hieß es dort nun: „Ski und Rodel gut!“ Wegen der Verkehrsstauungen wurde das „Meller Kreisblatt“ sehr verspätet ausgeliefert.
Am 27. Dezember wurde ausführlich berichtet über die Einweihung eines neu geschaffenen Gemeinschaftsraumes für die Werksangehörigen der Möbelfabrik Gebrüder Kruse. Die Einrichtung des Raumes wurde als vorbildlich soziale Tat gewürdigt. In den Arbeitspausen sollten hier die Betriebsangehörigen Ruhe und Entspannung finden und sich von anstrengender Arbeit erholen können. Auch eine kleine Bücherei wurde eingerichtet.

Vor 50 Jahren (1962)

Etwa 120 Frauen waren zur Adventsfeier der Evangelischen Frauenhilfe am 12. Dezember ins Gemeindehaus gekommen. Dort hielt Pastor Wilhelm Koch eine besinnliche Andacht. Ferner sprachen dort die Bezirksbeauftragte Dr. Hanna Hünerkamp und die 2. Vorsitzende Ruth Schönemeyer erzählte vom Lukas-Evangelium. Ein Kinderchor umrahmte die Feier mit adventlichen Liedern.
Am 15. Dezember eröffnete der Opelhändler Matthias Schlattmann an der Buerschen Straße seine neu gebauten Ausstellungs- und Verkaufsräume. Er hatte ein Nachbargrundstück von 10000 qm hinzugekauft und nunmehr eine Straßenfront von 50 Metern. Eine Halle für Gebrauchtwagen und Reparaturen wurde in Stahlskelettbauweise mit verglasten beiden Giebeln errichtet.
Am 3. Adventssonntag, also noch rechtzeitig zu Weihnachten, wurde die renovierte Petrikirche eingeweiht, auch die neue Orgel erstmalig gespielt. Die Kirche erhielt neues, bequemeres Gestühl und auch einen Mittelgang. Die neue Orgel mit 32 Registern und 2214 Pfeiffen sollte ein Andenken an die Gefallenen des 2. Weltkrieges aus der Gemeinde sein. Sie hatte fast 80 000 DM gekostet und war weitgehend aus Spenden finanziert worden. Die Kirche war „meisterhaft“ von Kirchenmaler Peter aus Levern neu ausgemalt worden.
Am Tage der Einweihung wurden auch neue Kirchenvorsteher in ihr Amt eingeführt: Wilhelm Aulbert aus Drantum, Wilhelm Kramm aus Melle und Erich Meyer zu Bakum. Ausgeschieden waren und mit Dank verabschiedet wurden die ehemaligen Kirchenvorsteher Walkenhorst, Mutz und Dr. Gossel. Die Kirche sollte nun wieder ihren alten Namen führen: Evangelisch-lutherische Petrikirche zu Melle.
Am Nachmittag des 19. Dezembers starb unerwartet im Alter von sechzig Jahren der Rektor der Kohlbrinkschule Christoph Oberthür. Er stammte aus dem Eichsfeld war seit 1936 als Lehrer täig und wurde am 1. April 1955 Leiter der katholischen Volksschule in Melle. Er war ein guter Pädagoge, führte ein vorbildliches christliches Leben und war in Melle beliebt und geachtet. In der katholischen Erwachsenenbildung war er eifrig tätig, auch nebenamtlicher Geschäftsführer des Vereines „Volkshochschule Melle“.
Die Pläne zum Um- und Erweiterungsbau des Gymnasiums Melle wurden am 21. Dezember veröffentlicht. Im südlichen Teil der Schule sollte ein neuer dreigeschossiger Klassentrakt mit elf Normalklassen gebaut werden, ferner ein neuer Eingang zwischen Altbau und Neubau geschaffen werden. Im Altbau waren Fachklassen vorgesehen, im Obergeschoss Schulleitungs- und Verwaltungsräume.
Für seine vielfältigen Verdienste ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz wurde am 22. Dezember der Bürgermeister a. D., Gesamtvorsteher und Kreistagsabgeordnete Karl Groenegreß, Groß-Aschen. Landrat Franz Röhr überreichte die hohe Auszeichnung. Es gratulierten Kreisoberamtmann Heinrich Wippermann, Gesamtvorsteher Wilhelm Rieke und Bürgermeister Wilhelm Feldmann gratulierten.
Fünfzig Jahre alt wurde am 24. Dezember Stadtdirektor Diplom-Kommunalbeamter Herbert Zeise. Er wurde 1956 aus 44 Bewerbern zum Stadtdirektor gewählt und war bis 1958 in Melle tätig.
Regierungsvermessungsrat Endeward verabschiedete am 24. Dezember den Messgehilfen des Katasteramts Melle, Wilhelm Heise mit Dank und Anerkennung und einem Geschenk in den Ruhestand. 32 Jahre lang war er beim Katasteramt Melle tätig gewesen.
Karoline Vodegel, geborene König, in Insingdorf erreichte am 28. Dezember das 101. Lebensjahr. Die älteste Einwohnerin des Grönegaues hatte acht Kinder, sechs Enkel und sechs Urenkelkinder. Der Meller Landrat und der Insingdorfer Bürgermeister gratulierten herzlich.

Vor 25 Jahren (1987)

Es war in Buer ein „Kulturereignis erster Güte“, das Adventskonzert in der Martinikirche am 10. Dezember. Acht Chöre und Instrumentalgruppen mit etwa 250 Mitwirkenden erfreuten die etwa 800 Besucher mit fröhlichen Advents- und Weihnachtsweisen.
Auf der Bezirksversammlung der Osnabrücker Herdbuchgenossenschaft am 14. Dezember hielt der Geschäftsführer Dr. Gustav Wilke , Föckinghausen, einen interessanten Vortrag über die gegenwärtigen Probleme der Landwirtschaft, auch über die Möglichkeiten einer künstlichen Besamung. Viele Rindviehzüchter, die die Veranstaltung besuchten, erhielten wertvolle Anregungen.
Am Vormittag des 14. Dezembers gegen zehn Uhr brannte die große Lackierhalle der Firma Nolte in Neuenkirchen lichterloh. Eine Stichflamme hatte den Brand ausgelöst. Etwa 90 Feuerwehrleute unter der Leitung von Stadtbrandmeister Heinz Hoyermann und stellvertretende Ortsbrandmeister Siegfried Behrens bekämpfen die Flammen. Der Schaden wurde auf etwa 500000 DM geschätzt.

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