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Meller Kreisblatt vom 28.03.2008

28.03.2008

Vor 100 Jahren (1908)

Am 12. März war er 25 Jahre Vorsteher der Gemeinde Bakum, der Hofbesitzer Hermann Unbefunde. Während seiner Amtszeit hatte sich die Einwohnerzahl von Bakum infolge der guten Entwicklung der Industrie im Bahnhofsgebiet fast verdoppelt. Vormittags kam der Gemeindeausschuss zum Gratulieren in seine Wohnung. Nachmittags gab der Jubilar ein Festessen im Saale Elzemeyer am Bahnhof. Dazu waren Landrat Kammerherr Otto von Pestel und etwa 60 Gäste gekommen. Sie sprachen dem Jubilar Dank und Anerkennung für seine verdienstvolle Arbeit zum Wohle der Bakumer Bürger aus.
Mehrere Millionen Ziegelsteine im Jahr wollten die Schiefertonwerke Hensiek in Barkhausen in Zukunft brennen. Deshalb musste nach einem Bericht vom 13. März ein neuer Ringofen gebaut werden. Mit Beginn des Frühjahrs sollten auch etwa zwanzig russische Arbeiter eingestellt werden. Für sie wollte das Unternehmen auch Arbeiterwohnungen bauen.
Der Bürgervorsteher Konrad Caesmann hatte die Bürger des II. Stadtbezirks zu einer Versammlung am 24. März in die Gaststätte von Heinrich Kronsbein an der Plettenberger Straße eingeladen. Etwa 40 Herren, Damen nahmen an solchen Versammlungen damals noch nicht teil, erhielten Informationen über städtische Angelegenheiten. Die seit 1904 bestehende zentrale Wasserversorgung war von hervorragendem hygienischen Wert und gesundheitlicher Qualität. Die anfängliche Abneigung der Bürger war inzwischen total überwunden. Die Gasanstalt der Firma Heitkamp & Wöhrmann hatte die Stadt Melle angekauft. Zur besseren Versorgung wollte sie einen neuen Gasometer bauen. Die unterirdische Ableitung der Spül- und Regenwässer in der Grönenberger Straße und in der Kuhstraße sollte durch neue Kanalrohre verbessert werden. Auch über den geplanten Rathausneubau wurde ausführlich gesprochen.

Vor 75 Jahren (1933)

Am 8. März hatten sich eine Abteilung der SA, der Hitler-Jugend und des Stahlhelms sowie die SA-Standartenkapelle aus Osnabrück vor dem Rathaus versammelt, um dabei zu sein, wenn auf dem Rathaus die Hakenkreuzfahne und die Fahne Schwarz-Weiß-Rot gehisst wurde. Damit wollten die Nationalsozialisten kundtun, dass sie auch in Melle „die Macht übernommen hatten“, obwohl die Wahl zum Bürgervorsteher-Kollegium erst am 12. März stattfinden sollte. Anschließend marschierten alle erst zum Landratsamt am Schürenkamp und danach zum Finanzamt an der Haferstraße, um auch dort die Hakenkreuzfahne und zugleich die Fahne Schwarz-Weiß-Rot zu hissen. Beim Finanzamt erschienen SA-Leute mit der schwarz-rot-goldenen Fahne, die sie dort demonstrativ verbrannten.
Bei der Bürgervorsteherwahl in Melle am 12. März waren die Nationalsozialisten erstmalig mit einem Wahlvorschlag vertreten und errangen auf Anhieb 7 Mandate. Sozialdemokraten 5 Mandate, Zentrum 2 Mandate, Bürgerliche Arbeitsgemeinschaft 3 Mandate, zusammen 17 Mandate. Von den Nazis wurden in die Kommunalvertretung gewählt: Gärtner Helmut Seidel, Fabrikdirektor Hermann von der Forst, Malermeister August Meyer, Zahnarzt Dr. Walter Sperber, Handlungsgehilfe Wilhelm Baßmann und Justizobersekretär Hans Windhausen, von der SPD Lagermeister Johann Uttinger, Tischler Richard Berndt, Gewerkschaftssekretär Heinrich Vahlbusch, Arbeiter Heinrich Börs und Lagerhalter Gerhard Kieselhorst, vom Zentrum Kaufmann Hans Freibüter und Tischler Johannes Böhne, von der Bürgerlichen AG. Fabrikant Carl Starcke jun., Fabrikant Heinrich Heemann und Friseurmeister Wilhelm Redecker.
Am 15. März wurde gemeldet, dass von dem Kranz der SA, der aus Anlass des „Heldengedenktages“ am Ehrenmal auf dem Grönenberg niedergelegt war, die Hakenkreuz-Embleme abgeschnitten worden seien. Nach den unbekannten Tätern wurde gefahndet. Ihnen wurden empfindliche Strafen angedroht.
Am 22. März fand die konstituierende Sitzung des Meller Bürgervorsteher-Kollegiums unter der Leitung von Bürgermeister Hans Gerhard nach der Neuwahl am 12. März statt. Viele Zuhörer, meist Nationalsozialisten, waren gekommen. Die sieben Bürgervorsteher der Nationalsozialisten kamen in Uniform und traten geschlossen auf.
Bei der Wahl des Bürgervorsteher-Worthalters erhielt Zahnarzt Dr. Walter Sperber (NSDAP) mehr Stimmen als Lagermeister Johann Uttinger (SPD) und war damit gewählt. Danach beschloss das Bürgervorsteher-Kollegium einstimmig, die Bahnhofstraße in „Hindenburgstraße“ umzubenennen, auch die Umbenennung der Mühlenstraße in „Adolf-Hitler-Straße“ mit 12 Ja-Stimmen und 5 Nein-Stimmen. Eine Umbenennung des „Schürenkamp“ wurde mit zehn zu sieben Stimmen abgelehnt. Am Ende der Sitzung brachte Bürgervorsteher Helmut Seidel ein dreifaches „Sieg-Heil“ auf Reichskanzler Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg aus.
Am Nachmittag des 26. März entstand ein Schadenfeuer im Schuppen des Bäckermeisters Konrad Caesmann. Vermutlich war das Feuer durch Selbstentzündung von überhitztem Stalldung entstanden. Es griff auf Holzverschläge und das Dach des Schuppens über. Schließlich konnte die Feuerwehr den Brand löschen.

Vor 50 Jahren (1958)

Die 2. Pfarrstelle der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Melle war infolge des Wegganges von Pastor Ernst Achilles nach Göttingen frei geworden. Am 11. März wurde berichtet, dass sie mit dem Pastor Heinrich Rattemeyer, jetzt Hannover-Ricklingen, besetzt werden sollte. Heinrich Rattemeyer, ein gebürtiger Meller, hat die Pfarrstelle bis 1962 pflichtgetreu und segensreich verwaltet.
In der Kreistagssitzung am 21. März führte der Landrat Heinrich Warner den neuen Oberkreisdirektor Rolf Wandhoff in sein Amt ein. Die Amtszeit begann schon am 15. März und endete am 30. September 1968, weil Rolf Wandhoff sich wegen der bevorstehenden Auflösung des Kreises Melle zum Oberkreisdirektor in Gifhorn, Regierungsbezirk Lüneburg, hatte wählen lassen. Wandhoff wurde später noch Regierungspräsident in Lüneburg. Während seiner Amtszeit in Melle hatte er sich große Verdienste um die Durchführung vieler kommunaler Aufgaben, Schwerpunkt Schulneubauten und Ausbau von Kreisstraßen, erworben.
Die Mitgliederversammlung der „Rinderbesamungsstation Melle“ am 22. März in Saale Honerkamp beschloss einstimmig, in der Gemeinde Föckinghausen einen Neubau für eine Besamungsstation zu errichten. Das Bauvorhaben sollte noch im laufenden Jahr realisiert werden. Zwischenzeitlich hat sich die Besamungsstation zu einer weltweit anerkannten, für die Rindviehzucht unverzichtbaren Einrichtung entwickelt.

Vor 25 Jahren (1983)

Vom 12. bis zum 20. März hatte der Meller Kunstverein im Altenheim „Hardachstift“ 110 Bilder ausgestellt. Bilder Meller Künstler, die sowohl die Meller Geschichte als auch die „Freude an Licht und Farbe“ vermitteln sollten. Es waren bedeutende Werke von Arnold Bredemeyer, Hermann Schluer und Sigmund Strecker, aus den Wohnzimmern Meller Familien, die diese leihweise zur Verfügung gestellt hatten.
Bei den 10. Deutschen Crosslauf-Meisterschaften in Ahlen, Westfalen, am 12. März errang der Turaner Adolf Frech, mit fast 73 Jahren ältester Teilnehmer, in seiner Alterklasse M 70 den Deutschen Meistertitel. Eine hervorragende Leistung schaffte auch Walter Schlonski von Tura Melle in der Altersklasse M 35 über 10700 Meter. Er war der beste norddeutsche Teilnehmer.
Nach einem Bericht vom 16. März überreichte der Kreisdirektor Holl im Sitzungssaal des Meller Rathauses das Bundesverdienstkreuz an den Hauptlehrer a. D. Friedrich Lührs, Westerhausen. Er war im Mai 1954 der Initiator und seitdem der jährliche Organisator von inzwischen 184 Schüler-Sonderzügen, die von Melle oder Osnabrück an die Nordsee oder in den Harz fuhren, davon 87 Fahrten mit Schullandheim-Aufenthalten. Friedrich Lührs war jahrelang ehrenamtlicher Mitarbeiter des Jugendherbergswerkes, der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, des Alpen-Vereins und des Wiehengebirgsverbandes. Als Schulleiter in Westerhausen gründete er dort den Sportverein und den Heimatverein.
In der Nacht zum 23. März brannte ein unbewohntes Wirtschaftsgebäude auf dem Hofe des Landwirts Wilhelm Kollmeyer in Bennien. Acht Feuerwehren mit etwa achtzig Feuerwehrleuten waren unter der Leitung von Ortsbrandmeister Werner Egbert im Einsatz. Sie konnten zwar das Gebäude nicht mehr vor der Vernichtung bewahren, aber den benachbarten Schweinestall erhalten und etwa 200 Schweinen das Leben retten.

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