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Meller Kreisblatt vom 26.08.2009

26.08.2009

Vor 100 Jahren (1909)

Der Kriegerverein Oldendorf feierte am 28. und 29. August beim Gastwirt Karl Dierker sein dreißigjähriges Bestehen. Eingeleitet wurde die Feier mit einem „Zapfenstreich“ und „Kommers“ am Samstagabend. Am Festzug am Sonntagnachmittag nahmen hinter drei Herolden und der Feuerhahnschen Kapelle etwa 80 Kameraden teil. Auf dem Festplatz wurde ein längeres Konzert geboten, bevor am frühen Abend der allgemeine Tanz begann.
Der Sonntag, 29. August, war ein herrlicher Sommertag. Vom guten Wetter begünstigt, unternahmen Meller Vereine Ausflüge: Der Kriegerverein Melle zum Limberg bei Börninghausen, der Meller Gesangverein zur Friedenshöhe bei Buer und der Gesangverein „Eintracht“ einen Familienausflug nach Holte bei Bissendorf. Dort wurde zusammen mit dem Gesangverein „Loreley“ aus Osnabrück gemütlich gefeiert.
Am 31. August gab der Vorstand der Königlichen Eisenbahn-Verkehrs-Inspektion Osnabrück bekannt, daß der Fuhrunternehmer Carl Kramm in Melle ab 15. Oktober als bahnamtlicher Rollfuhrunternehmer der Güterabfertigung Melle zugelassen wurde.
In einer gemeinsamen Sitzung der Städtischen Kollegien am 2. September wurden die Steinmetzarbeiten mit Ibbenbürener Sandstein für das Rathaus an die Bildhauer Koch und Rahenkamp vergeben, sowie die Zimmerarbeiten an die Firma Fr. Becker.
Schwere Gewitter mit starken Regengüssen zogen in der Nacht zum 11. September über den Grönegau . Blitzeinschläge verursachten Brandschäden. Es brannten das Haus des Neubauers Bals Gerve in Wennigsen, die Bleichhütte des Colonen Konrad Ronne, die Scheune des Hofbesitzers Matthias Buddenberg in Himmern, das Wohnhaus und die Scheune des Neubauers Fritz Harig, Lammersbrink, der Kotten des Hofbesitzers Georg Herbord, Markendorf und das Heuerlingshaus des Hofbesitzers Heinrich Albersmann, Barkhausen. Auch aus dem Kreise Wittlage und aus Westkilver wurden Brände nach Blitzeinschlag gemeldet.
Am 15. September wurde gemeldet, dass die Turmuhrenfabrik Korfhage & Söhne in Buer ein großes mechanisches Werk für ein Glockenspiel in Danzig, dem größten seiner Art, vollendet hatte. Das Glockenspiel enthielt 37 Glocken, die größte wog 5400 Kilogramm. Die Glocken enthielten alle sieben Oktaven hindurch alle Töne der Tonleiter. Die Spieltrommel hatte einen Durchmesser von 2,20 Meter und ein Gewicht von 2000 Kilogramm. Durch entsprechendes Stecken der Noten in den 24000 Löchern der Spielrolle konnten sämtliche Musikstücke gespielt werden, mit Hilfe von 95 Hämmern. Die Spielrolle wurde mit einem Elektromotor angetrieben.

Vor 75 Jahren (1934)

Die Meller Schulen, Evangelische Volksschule, Katholische Volksschule und Mittelschule, veranstalteten am 30. August im neu erbauten Freibad am Grönenberg ein Schwimmfest. Rektor Rudolf Gerdes eröffnete die Wettkämpfe mit einer Ansprache und dankte der Stadt Melle für den Bau des schönen, neuen Bades. Das frühere Else-Bad wurde geschlossen.
Am 3. September gegen 14.15 Uhr brach in der Werkstatt der Malermeister Heinrich und Wilhelm Höcker in Buer ein Schadenfeuer aus. Die Werkstatt stand nach kurzer Zeit „in hellen Flammen“. Das Feuer konnte aber bald gelöscht werden.
Am 6. September wurde berichtet, dass der Maurerpolier Wilhelm Ballmeyer fünfundzwanzig Jahre bei der Baufirma Fr. Becker beschäftigt war. Er erhielt eine Ehrenurkunde der Industrie- und Handelskammer Osnabrück. Der Firmeninhaber dankte ihm für seine langjährigen treuen Dienste.
Am 11. September gegen 13 Uhr brannte die mit Getreide gefüllte Scheune des Bauern Brandt in Klein-Aschen. Da die Spritze aus Spenge nicht funktionierte, begann die Feuerwehr Bennien als erste mit der Brandbekämpfung. Daran beteiligten sich auch die Wehren aus Groß-Aschen und Hoyel.
Auf Grund eines rechtskräftigen Urteils des Schwurgerichts Osnabrück wurde am 13. September der Raubmörder Wilhelm Vogtschmidt hingerichtet. Er hatte am 9. Februar in Barkhausen den Bäckergesellen Willy Brandhorst überfallen, beraubt und ermordet.

Vor 50 Jahren (1959)

Nach zwanzigjähriger Unterbrechung feierte der Schützenverein Kerssenbrock vom 29. bis 31. August wieder ein Schützenfest, verbunden mit der Einweihung eines neu erbauten Schießstandes. Beim Festakt besonders geehrt wurden die Schützenbrüder David Heitz aus Kerßenbrock, bald 90 Jahre alt, und Schneidermeister Hermann Wickemeyer aus Küingdorf. Zwanzig Jahre lang war David Stönner der Kerßenbrocker Schützenkönig gewesen. Neues Königspaar wurden Heinrich Heitz und Elisabeth Beßmann.
Er war erst 65 Jahre alt, als er am 29. August starb, der Pfarrer Heinrich Walke in Gesmold. Er war im Jahre 1923 im Hohen Dom zu Osnabrück zum Priester geweiht worden und im Jahre 1951 mit der Pfarre in Gesmold betraut worden. Dort war er wegen seines freundlichen und warmherzigen Wesens sehr beliebt.
Am 31. August trat der Postamtmann Franz Gerdwilker, Leiter des Postamtes Melle, wegen der Vollendung seines fünfundsechzigsten Lebensjahres in den Ruhestand. 46 Jahre lang war er im Postdienst tätig, davon 35 Jahre in Melle.
Die Leitung des Postamtes in Melle übernahm am 1. September der Oberpostmeister Georg Plenge, vorher in Stolzenau an der Weser tätig gewesen. Eingeführt wurde er vom Präsidenten der Oberpostdirektion Bremen, Dr. Wiedemeyer. Georg Plenge war später auch Mitglied des Meller Stadtrates.
In der Mitgliederversammlung des Vereins „Kulturring Melle“ im Rathaus Melle am 3. September legte Oberstudiendirektor Heinrich Jansen das Amt des Vorsitzender nieder. Als sein Nachfolger wurde Studienrat Jürgen Bunnenberg einstimmig gewählt. Er hat dieses Amt einige Jahrzehnte vorbildlich und mit großem Erfolg wahrgenommen.
Am 7. September überreichte Landrat Heinrich Warner dem Maurerpolier Ernst Koch aus Oldendorf das Bundesverdienstkreuz. Fünfzig Jahre hatte er in der Baufirma Kreimer in Oldendorf vorbildlich und fleißig gearbeitet. Er war 26 Jahre Mitglied im Kirchenvorstand in Oldendorf, ebenso lange aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Oldendorf und ehrenamtlicher Geschäftsführer einer Viehversicherung.
Die letzten Holzbaracken am Grönenberg wurden nach einem Bericht vom 17. September abgebrochen. Sie waren vor 25 Jahren für den Reichsarbeitsdienst errichtet worden. Nach Kriegsende wurden in den 22 Baracken Obdachlose, Evakuierte und Ostflüchtinge untergebracht. Für sie waren nunmehr in Melle und Umgebung neue Wohnungen gebaut worden.

Vor 25 Jahren (1984)

Die Freiwillige Feuerwehr Melle feierte vom 24. bis 26. August ihr einhundertjähriges Bestehen im Rahmen eines großen Volksfestes. Es begann mit einer Einsatzübung auf dem Marktplatz unter der Leitung von Brandmeister Hermann Hohnsträter und Hauptlöschmeister Werner Beinker. Beim Festakt am 25. August berichtete Ortsbrandmeister Heinz Läkamp aus der Chronik der Wehr und dankte für die vielen Glückwünsche und Spenden. Im Namen des Landesfeuerwehrverbandes gratulierte Kreisbrandmeister Gerd Greger. Glückwünsche und Dank und Anerkennung für die Leistungen der Feuerwehrleute sprachen auch aus Landtagsabgeordneter Josef Stock, Bürgermeister Clemens Schwertmann und Ortsbürgermeister Horst Hoffmann. Ein Glanzpunkt der Festtage war der Festzug mit einigen Musikkapellen, vielen Löschfahrzeugen und Feuerwehrleuten. Auf dem Marktplatz wurde der Festzug unterbrochen. Von der Rathaustreppe sprach Bürgermeister Clemens Schwertmann allen teilnehmenden Feuerwehren seinen Dank und seine Anerkennung aus.
In der Nacht zum 13. September wurde die Meller Feuerwehr alarmiert zur Bekämpfung eines Treppenhausbrandes im Hause Osterkamp 1. Hier befanden sich sechs Personen in Lebensgefahr, weil sie das Haus über die Treppe nicht mehr verlassen konnten. Die Feuerwehrleute retteten alle unverletzt über die Drehleiter und über Ansteckleitern. Die alarmierten Rettungssanitäter brauchten nicht mehr einzugreifen. Danach konnte der Brand gelöscht werden. Er war in einem Schrank unter der Treppe zum Dachgeschoß ausgebrochen. Die Ursache war nicht bekannt.
Die diesjährige Magistratsübung der Feuerwehren Melle-Mitte, Altenmelle und Bakum fand am 14. September auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses statt. Weil angenommen wurde, dass einigen Patienten der Fluchtweg aus dem Hause abgeschnitten war, wurden vom oberen Balkon mit zwei Drehleitern, auf denen schwenkbare Krankentragen angebracht waren, mehrere Personen gerettet. Eine Drehleiter war von der Feuerwehr Oesede ausgeliehen worden.

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