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Meller Kreisblatt vom 23.07.2008

23.07.2008

Vor 100 Jahren (1908)

Ein schweres Gewitter, das die Erntearbeiten unterbrach, aber auch die ersehnte Abkühlung brachte, entlud sich am 28. Juli über der Stadt Melle. Ein „kalter Schlag“ traf das Haus des Bäckermeisters Vossel an der Kleinen Masch. Der Schornstein und große Teile des Daches wurden „einfach weggerissen“. Der Gebäudeschaden war beträchtlich.
Am 1. August wurde auch in Melle an den Todestag des Reichskanzlers Otto von Bismarck vor zehn Jahren gedacht. Er war am 30. Juli 1898 im Alter von 83 Jahren auf seinem Alterssitz „Friedrichsruh“ gestorben. In Melle wurde gegen 21 Uhr auf dem „Kleft“ ein großer Holzstoß abgebrannt, mit Ansprachen, Musik- und Liedvorträgen. Bei der anschließenden Gedenkfeier im Schützenhof sprach Dr. Hugo aus Dortmund, ein ausgezeichneter Kenner von Leben und Wirken des Kanzlers und seiner Verdienste. Umrahmt wurde die Feier vom Meller Gesangverein unter der Leitung des Lehrers Wilhelm Burkötter.
Am 4. August wurde das vom Gastwirt Carl Elzemeyer seit Jahren bewirtschaftete „Bahnhofshotel“ an den Gastwirt Ferdinand Gunst aus Bad Driburg verkauft. Der neue Wirt versprach, ausgezeichnete Speisen und Getränke und einen angenehmen Aufenthalt in seiner Gastwirtschaft anzubieten.

Vor 75 Jahren (1933)

Am 26. Juli wurde das Ergebnis der Volkszählung vom 16. Juni 1933 veröffentlicht. Im Kreise Melle wohnten damals 27 030 Einwohner, davon in der Stadt Melle 5164. Die kleinsten Gemeinden waren Eickholt und Uhlenberg mit je 126 Einwohnern. Gegenüber der Volkszählung von 1925 hatte sich die Einwohnerzahl im Kreise Melle um 340 Personen, 1,24 Prozent, verringert.
Mit dem Bau des neuen Freibades, das westlich des Grönenberges gebaut werden sollte, wurde am 25. Juli begonnen. Die Bauarbeiten waren der Firma Fr. Becker in Melle übertragen worden. Geplant war, das moderne Bad im Mai oder Juni kommenden Jahres einweihen zu können. Viele Jahrzehnte waren die Meller auf die Nutzung des Bades im Flusslauf der „Else“ hinter der heutigen Grönenbergschule angewiesen.
Am 1. August wurde gemeldet, dass ein Meller Arbeiter in ein Konzentrationslager eingeliefert worden war, weil er auf der„Adolf-Hitler-Straße“ (heute Mühlenstraße) lautstark „Heil Moskau“ gerufen hatte. Dieser Vorfall wurde veröffentlicht, weil er eine Warnung an alle sein sollte. Er sollte daran erinnern, „dass wir in einem nationalsozialistischen Staat leben und keine Provokateure dulden“.
Die Städtischen Körperschaften beschlossen am 2. August, dem Konrektor und Senator a. D. Heinrich Budke und dem Kreisleiter Helmut Seidel das Ehrenbürgerrecht der Stadt Melle zu verleihen, Der Beschluss wurde bei zwei Gegenstimmen gefasst. Heinrich Budke war Lehrer an der Evangelischen Volksschule gewesen und zweiundzwanzig Jahre lang ehrenamtlich kommunalpolitisch tätig, zuerst als Bürgervorsteher und später als Senator. Er hatte das Ehrenbürgerrecht zweifellos verdient. Helmut Seidel wurde von Bürgermeister von der Forst vorgeschlagen, um seine Verdienste als Nationalsozialist zu würdigen. Helmut Seidel lehnte das Ehrenbürgerrecht aber ab, warum, ist nicht überliefert.
Im Saale Honerkamp wurde am 3. August die Ortsgruppe Melle des Reichsluftschutzbundes gegründet. Vorstandsvorsitzender wurde Major a. D. Rose, Stellvertreter Lehrer Bruno Kersten und Diplom-Landwirt Karl Hahne, Geschäftsführer Polizei-Obersekretär Wilhelm Kruckemeyer. 68 Personen wurden Mitglied der neuen Ortsgruppe.
Der langjährige Bürgervorsteher Carl Starcke hatte nach einem Bericht vom 5. August sein Amt niedergelegt, aufgrund der „Vorgänge in der letzten Sitzung und der Berichterstattung im Meller Kreisblatt“. Starcke war der Auffassung, dass seine freie Meinung aufgrund des Einflusses der nationalsozialistischen Mitglieder unterdrückt wurde.

Vor 50 Jahren(1958)

Im Gebäude der Möbelfabrik Meyer in Laer brach am 24. Juli gegen 15 Uhr ein Brand aus. Entstanden war das Feuer vermutlich dadurch, dass sich ein im Kamin eingemauerter Holzbalken entzündet hatte. Die Freiwillige Feuerwehr Melle war nach kurzer Zeit am Brandherd und konnte einen größeren Schaden verhindern.
Am 28. Juli gegen neun Uhr brach auf dem Boden eines etwa 150 Jahre alten Fachwerkhauses des Bauern Egon Meyer zu Westerm in Drantum, auf dem sogenannten „Rahmhof“, ein Schadensfeuer aus. Die Brandursache war unbekannt. Ein Teil des Daches brannte weg.
Der Buchdruckereibesitzer Ernst Knoth wurde am 3. August achtzig Jahre alt. Er kam 1904 von Thüringen nach Melle und war zunächst als Korrektor bei der Buchdruckerei Haag beschäftigt, später als Betriebsleiter. Er war verantwortlicher Redakteur des „Meller Kreisblattes“.
Als im Jahre 1928 die Firma Haag ihren Betrieb nach Leipzig verlegte, machte sich Ernst Knoth selbstständig, zunächst in der alten Gerberei Remshardt an der Grönenberger Straße und später in einem Neubau an der Gesmolder Straße. Die Druckerei führten sein Sohn und sein Enkel noch bis vor einigen Jahren weiter. Zu seinem Geburtstag erhielt er viele Glückwünsche und viel Anerkennung.
Am 1. August gegen 12.30 Uhr zerstörte ein Schadensfeuer den Doppelkotten des Hofes Heinrich Warner in Dratum, bewohnt von der Familie des Landarbeiters Lange, die ihren Mittagsschlaf hielt, aber rechtzeitig von den Nachbarn geweckt werden konnte. Es war nicht genügend Löschwasser vorhanden, „um dem Feuer Einhalt zu gebieten“.
Er war ein begeisterter „Brackenjäger“, der Gastwirt Karl Depker in Markendorf, der am 1. August im Alter von 92 Jahren unerwartet starb. Kurz zuvor war er noch von Prof. Dr. Lutz Heck mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Bracken-Clubs geehrt worden. Er beherrschte noch meisterhaft die überlieferten alten Hornrufe bei der Jagd.
Ein sogenannter „Kalter Blitzschlag“ zerstörte am 14. August das gesamte Dach des Wohnhauses von Heinrich Stolle am Laerschen Weg. Die Dachziegel waren bis 30 Meter weit in den Gärten verstreut. Zerstört war auch die elektrische Anlage im Hause. Gebrannt hatte aber zum Glück nichts.

Vor 25 Jahren (1983)

In der Nacht zum 1. August gegen vier Uhr brannte ein Dunghaufen am Schweinestall des Bauern Gerhard Detert in Altenmelle. Mit schwerem Atemschutz drangen Feuerwehrleute in den verqualmten Schweinestall ein und konnten über fünfzig Schweine lebend ins Freie bringen. Der Brandschaden war gering.
Das „Konrad-Muhle-Friedenskreuz“ in Sondermühlen erhielt am 6. August am Palsterkampsweg, westlich des Sondermühlener Holzes, nach gründlicher Restaurierung einen neuen Standort und wurde feierlich eingeweiht. Die Gedenkstätte sollte ein Ort des Begegnens, der Besinnung und des Gebetes sein.
Gestiftet hatte des Kreuz der Wachtmeister Konrad Muhle aus Sondermühlen, der am 24. März 1942 in Russland das Gelübde abgab, in seiner Heimat ein Kreuz errichten zu lassen, wenn er lebend „diese Hölle aus Blut und Eisen“ überstehen würde. Im Sommer 1942 wurde das Kreuz von Pastor Oberthür geweiht. Während eines kurzen Heimaturlaubs hat Muhle das Kreuz noch gesehen und dort gebetet. Er ist am 20. März 1943 an der Front vor Leningrad gefallen.
Superintendent Jürgen Oltmanns führte am 7. August den Pastor Ekkehard Wittstock in die seit über einem Jahr verwaiste Pfarrstelle der lutherischen Kirchengemeinde Oldendorf ein. Der neue Seelsorger war 42 Jahre alt, verheiratet und Vater dreier Kinder. Vorher war er Pastor der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Lüneburg.
Am 14. August läuteten die Glocken von St. Matthäus in Melle wieder zum Gottesdienst, nachdem sie über ein Jahr geschwiegen hatten. Im Turm der Kirche hatten sich Risse gebildet, die die Standsicherheit beim Läuten der Glocken gefährdete. In den Turm wurden Löcher gebohrt. Darin wurde nichtrostender Stahl eingeführt und mit Spezialmörtel mit dem Mauerwerk verbunden. An den Ecken wurden zusätzliche Verankerungen angebracht. Die Sanierungskosten beliefen sich auf rund 450 000 DM.

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