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Meller Kreisblatt vom 17.06.2011

17.06.2011

Vor 100 Jahren (1911)

Weil sich die Maul- und Klauenseuche im Kreise Melle stark ausgebreitet hatte, erließ der Landrat am 13. Juni eine Verordnung über Schutzmaßnahmen. Unter anderem wurde das freie Umherlaufen der Hunde untersagt.

Am 16. Juni brach in einem Nebenhaus des Bäckermeisters Wellmann in Buer ein Schadenfeuer aus. Das Gebäude brannte vollständig nieder. Vermutlich war es am Backofen entstanden. Die drei eingesetzten Spritzen konnten die Nachbarhäuser vor der Vernichtung bewahren.

Der traditionelle „Mittsommermarkt“ am 28. Juni bestand nur aus einem Krammarkt. Wegen der Maul- und Klauenseuche durfte der Viehmarkt nicht stattfinden.

Bei einem schweren Gewitter mit Starkregen am 18. Juni schlug ein Blitz in den Giebel des Hauses von Wegemeister Fuchs am Osterkamp ein. Es brach kein Feuer aus, aber einige Zimmerdecken wurden stark beschädigt. Die Bewohner kamen „mit dem Schrecken davon“. Ein Blitz schlug auch in die Lichtleitung der Gastwirtschaft „Zum Kleft“ ein und richtete Schäden an der elektrischen Anlage an.

Der Meller Elsebad-Verein beschloss in der Sitzung am 21. Juni im Lokal Niermeyer, das Baden von Frauen und Mädchen nachmittags in der Zeit von 14 bis 16 Uhr zu erlauben. Dieser Beschluss wurde von den Damen mit großer Freude begrüßt. Allerdings fehlte noch eine Badewärterin, die auch Schwimmunterricht erteilen sollte. Ein männlicher Schwimmmeister durfte damals bei den Damen keine Aufsicht führen.

Die Städtischen Kollegien befassten sich in der Sitzung am 27. Juni mit der Einrichtung der Wanderarmen-Arbeitsstätte in Melle zum 1. August. Leiter der neuen Einrichtung sollte der Diakon Venghaus werden. Er sollte in Zukunft möglichst viele Arbeitslose in feste Arbeitsstellen vermitteln. Die Bevölkerung sollte Bettler künftig an die Wanderarbeitsstätte verweisen.

Am 28. Juni wurde bekannt gegeben, dass das Haus Maas vor dem Kuhtor an der Kuhstraße zum städtischen Armenhaus eingerichtet werden sollte. Hier sollten einige Wohnungen für Ortsarme bereitgestellt werden.

Vor 75 Jahren (1936)

Unter der Leitung von Lehrer Niehaus, Dratum, fand am 13. Juni die Jahreshauptversammlung des Vereins für Heimatkunde im Kreise Melle im großen Saal der Stadthalle statt. Damit verbunden war die Feier zur Eröffnung des Kreisheimatmuseums. Es sprach der Kustos des Landesmuseums Hannover, Dr. Hamm, zugleich als Vertreter der Provinzialverwaltung Hannover. Glückwünsche sprachen aus Landrat Hermann von der Forst, Bürgermeister Dr. Helmut Lindemann und die früher in Melle tätig gewesenen Heimatdichter Moritz Jahn und Ludwig Bäte. Abschließend besichtigten alle Teilnehmer die neuen Räume des Museums im Hause Haferstraße.

Bürgermeister Dr. Helmut Lindemann, Kreisfeuerwehrführer Erich Hotho und ein Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Melle nahmen am 15. Juni an der Grundsteinlegung für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses an der damaligen Sedanstraße (heute Weststraße) teil. In den Grundstein wurde eine kupferne Kassette mit Dokumenten, enthaltend eine Urkunde, Bauzeichnungen, den Jahresbericht der Feuerwehr 1935 und das „Meller Kreisblatt“, eingemauert.

Zuvor hatte Hauptbrandmeister Franz Geile den Text der Urkunde verlesen. Der Wehrführer, Hauptbrandmeister Willi Schlattmann, sprach bei seinen drei Hammerschlägen auf den Grundstein „Wahrheit und Gerechtigkeit sind das Fundament unserer Stärke!“ Den Entwurf für den Neubau hatte Architekt Karl Kocklaun erstellt. Der Führer der Altersabteilung, Kamerad Kaspar Heggemann, würdigte die Verdienste des Wehrführers Otto Peters um die Planung des Neubaues.

Es wurde als das größte Ereignis dieses Sommers in Melle bezeichnet, das Konzert des Musikkorps der SS-Leibstandarte Adolf Hitler unter der Leitung von Hauptsturmführer Müller-John, das am 21. Juni bei herrlichem Sommerwetter im Kurgarten stattfand, nachmittags und abends. Das Musikkorps spielte in Deutschland damals nur in elf Städten. Etwa 8000 Besucher hörten sich in Melle die hervorragenden Leistungen der Kapelle an. Beim Abendkonzert war der Kurgarten bengalisch beleuchtet. Das Konzert endete eindrucksvoll mit dem „Großen Zapfenstreich“.

Das in Wellingholzhausen traditionelle Heimat- und Familienfest, auch Volksfest genannt, war am 20. und 21. Juni vom Schützenverein Wellingholzhausen vorbildlich organisiert und auch als Schützenfest ausgerichtet worden. Es begann am Samstagabend mit einer Gedenkfeier am Ehrenmal und einem Kommers mit der Kapelle Pelster aus Dissen-Nolle im Saale Huhmann. Am Sonntagnachmittag führte ein langer Festzug durch den Ort zum Beutling, wo Schützenpräsident Konrad Lindhaus die Kundgebung leitete. Dort hielt die Festansprache der Schützen-Bezirkssportleiter Honsel, Osnabrück, der auch die Grüße des Deutschen Schützenbundes überbrachte. Am Montagmorgen war Königsschießen auf dem Schießstand am Beutling. König wurde Schützenbruder Franz Lindhaus, der sich Grete Große-Schönepauk als Königin erkor. Abends fand in den Zelten der Königsball statt.

Vor 50 Jahren (1961)

Zu einem Abschiedskonzert hatte der Meller Kinderchor am 12. Juni in den Saal Honerkamp eingeladen. Verabschiedet wurde Chorleiter Konrektor Wilhelm Schleef, der fünfzehn Jahre lang den Kinderchor betreut und über fünfzig öffentliche Gesangsveranstaltungen organisiert hatte. Dafür dankte ihm der Vorsitzende des Vereins der Freunde des Kinderchores, Rektor Wilhelm Edler. Über die Nachfolge wurde noch nichts berichtet.

Am 25. und 26. Juni feierte die Gemeinde Gesmold ihr achthundertjähriges Bestehen. Nach einem Festgottesdienst und nach Liedvorträgen an der Femlinde bewegte sich nachmittags ein langer Festzug, betitelt „Aus Vergangenheit und Gegenwart“, durch den Ort. Zum Festakt begrüßte Bürgermeister Sehling die Gäste. Der Hauptlehrer a. D. Heinrich Rahe sprach über „Rückblick und Ausblick in Gesmold“. Landrat Franz Röhr überreichte eine Urkunde. Über fünftausend Gesmolder feierten zwei Tage lang. Am Montag, 26. Juni, fanden zunächst ein Kinderumzug und eine Kinderbelustigung statt, danach eine Kundgebung, auf der Lehrer August Niehaus sprach. Er erinnerte an den Wahlspruch „Et giff man een Gessem!“.

Am Abend des 24. Juni starb im 67. Lebensjahr der Stadthauptsekretär a. D. Hermann Bahr. Er kam 1929 als Polizeivollzugsbeamter nach Melle und war hier geachtet und beliebt. Als nach dem Kriege die Polizei zur Ländersache erklärt wurde, übernahm Hermann Bahr die Leitung des Ordnungs- und Einwohnermeldeamtes der Stadt Melle.

Vor 25 Jahren (1986)

In den Mittagsstunden des 11. Juni brach auf dem Dachboden des Landwirtschaftlichen Anwesens des Bauern Bußjan in Kerßenbrock ein Schadenfeuer aus. Das Feuer fand in den Strohvorräten reiche Nahrung und entwickelte sich schnell zu einem Großbrand. Die Wehren aus Wellingholzhausen, Neuenkirchen, Altenmelle und Gesmold konnten nicht verhindert, dass das Gebäude total niederbrannte und ein Schaden von etwa 120000 DM entstand. Sie konnten aber das Vieh „vor dem Flammentod bewahren“.

„Helle Aufregung“ herrschte am Abend des 12. Juni in der Meller Jugendherberge in der Grönenburg, als bei 14 Kindern einer Schulklasse aus Lindhorst bei Hannover Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufkollapse auftraten, Anzeichen einer Lebensmittelvergiftung. Zehn Kinder wurden ins Meller Evangelische Krankenhaus gebracht, vier ins Kinderhospital nach Osnabrück. Am nächsten Morgen konnte alle wieder entlassen werden. Dr. Ulrike Wedegärtner, Leiterin des Gesundheitsamtes Melle, vermutete eine Speiseeis-Vergiftung, die sich die Kinder möglicherweise bei einem Ausflug nach Bad Rothenfelde zugezogen hatten.

Vom 13. bis 16. Juni feierte man in Wellingholzhausen auf dem Schützenplatz an Vornholts Busch das traditionelle Schützenfest. Es begann am Freitagabend mit dem „Herrenabend“ und dem Zapfenstreich unter der Regie von „Staatssekretär“ Gerd Nüsse. Samstagnachmittag fand ein Festumzug mit vielen auswärtigen Vereinen statt, und abends vergnügten sich alle beim großen Festball. Am Sonntag war Kinderschützenfest und am Montagmorgen fand der traditionelle „Ulkumzug“ statt. Schützenkönig wurde der erst fünfundzwanzigjährige Uwe Lemme als Uwe I. Königin wurde Gunda Wörn als Gunda I.

Er war dreimal hintereinander Bundessieger beim Wettbewerb „Jugend musiziert“, der Schüler Martin Hoffmeyer aus Bruchmühlen. Am 14. Juni wurde er im Rathaus in Melle von Bürgermeister Clemens Schwertmann empfangen und geehrt.

Bei der niedersächsischen Landtagswahl erhielten in Melle die CDU 9752 Stimmen, die SPD 9001 Stimmen, die Grünen 1323 Stimmen und die FDP 1526 Stimmen. Josef Stock aus Wellingholzhausen errang zum vierten Mal in ununterbrochener Folge in direkter Wahl ein Landtagsmandat der CDU.

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