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Meller Kreisblatt vom 26.07.2011

26.07.2011

Vor 100 Jahren (1911)

„Feuerlärm“ erschreckte am Nachmittag des 24. Juli die Bewohner von Wellingholzhausen. Ein Arbeiter hatte bei Rodearbeiten im Waldteil des Bauern Meyer zu Schlochtern in Kerßenbrock Reisig entzündet. Dabei verbrannte auch etwas „Grubenholz“.

Bei einem schweren Gewitter am Abend des 3. August schlug ein Blitz in das Wohn-, Stall- und Werkstattgebäude des Tischlermeisters Dröge in Lenzinghausen und zündete. Das Feuer fand in den Erntevorräten und Holzvorräten reiche Nahrung.

Der Schützenverein in Bakum feierte vom 5. bis 7. August sein traditionelles Schützenfest. Am Sonnabendnachmittag musizierte die Feuerhahnsche Kapelle vor der Wohnung der Königin, Frau Haunhorst. Danach fand der „Zapfenstreich“ und im Lokal „Berglust“ ein Kommers statt. Böllerschießen weckte am Sonntag die Schützen. Nach einem Konzert auf dem „Königsplatz“ am Mittag zogen die Schützen mit auswärtigen Vereinen durch die „Surburg“. An der „Berglust“ fand danach ein Preis- und Vogelschießen statt. Es wurde am Montag fortgesetzt. Neuer Schützenkönig wurde Schmiedemeister Schlattmann, Königin Frau Wedeberg.

In der gemeinschaftlichen Sitzung der Städtischen Kollegien am 8. August berichtete Bürgermeister Heinrich Deetjen über die Verhandlungen mit der Hannoverschen Kolonisations- und Moor-Verwertungs-Gesellschaft über die Versorgung der Stadt Melle mit elektrischer Energie, die aus der Überlandzentrale im Schweger Moor geliefert werden sollte. Ein Oberingenieur Schneider sollte nach Melle kommen und alle strittigen Fragen dazu beantworten.

Am Nachmittag des 8. August gegen 15.30 Uhr brach auf nicht geklärte Weise im Hause des Gutsbesitzers Ledebur in Wetter, bewohnt von dem Pächter Ahring, ein Feuer aus, während die Bewohner auf dem Felde arbeiteten.

Die Flammen fanden in dem strohgedeckten Fachwerkhaus reiche Nahrung. Vier wertvolle Kühe verendeten. Das Mobiliar konnte nicht geborgen werden. Die Feuerspritzen konnten wegen Wassermangel bei der Brandbekämpfung wenig ausrichten.

In der Werkstatt des Klempnermeisters Louis Hotho in Melle am Markt brach am 11. August gegen 18.30 Uhr ein Feuer aus. Da schnell Hilfe zur Stelle war, konnte der Brand bald gelöscht und größerer Schaden verhütet werden.

Vor 75 Jahren (1936)

Am 24. Juli wurde gemeldet, dass die in Westendorf auf dem Kotten des Hofes Barre beheimateten Jungstörche ihre ersten Übungsflüge vornahmen. Damit der Aufenthalt der Störche für die nächsten drei Jahre gesichert war, waren Bauer Barre und Lehrer Baatz bereit, für die regelmäßige Fütterung der Tiere zu sorgen.

Am 1. August schauten die Meller nach Berlin, auch ohne Fernsehen, weil dort die Olympiade 1936 feierlich vor etwa 80000 Zuschauern eröffnet wurde. Schon am nächsten Tag begannen in den Stadien die Wettkämpfe.

Um der Bevölkerung die Schlagkraft und Einsatzbereitschaft im Sanitätsdienst zu zeigen, führte die Kreiskolonnenabteilung des Deutschen Roten Kreuzes zusammen mit der Helferinnenabteilung am 2. August in Melle eine Alarmübung durch. Nachmittags war die Kolonne zur Besichtigung auf dem Marktplatz angetreten. Bei einsetzendem Alarm rückte die Kolonne zu leer stehenden Holzbaracken des Reichsarbeitsdienstes am Grönenberg ab. Dort waren Verletzte nach Bombenabwürfen zu versorgen. Der erste Verbandsplatz befand sich auf dem Gut Drantum. Als Lazarett zur Unterbringung der Verletzten waren die Turnhalle und das Krankenhaus St. Matthäus vorgesehen.

Vor 50 Jahren (1961)

43 Berliner Kinder trafen am 25. Juli zur Erholung in Melle ein. Sie wurden am Bahnhof von Oberkreisdirektor Rolf Wandhoff und Mitarbeitern der Kreisverwaltung begrüßt und den Familien im Kreis Melle zugewiesen, um sich dort sechs Wochen lang in ländlicher Idylle zu erholen.

Landrat Franz Röhr überreichte am 29. Juli dem früheren Bürgermeister und Gesamtvorsteher von Neuenkirchen, Karl Frommeyer, das Bundesverdienstkreuz. Er war nach 1945 zunächst auf Befehl der Militärregierung und später durch Wahl Bürgermeister von Neuenkirchen geworden und hatte sich vielfältige Verdienste um die Bürger seiner Heimatgemeinde erworben. Zur Unterbringung der Flüchtlinge hatte er das Gut Königsbrück ausbauen lassen. Es gratulierten auch Oberkreisdirektor Rolf Wandhoff und Bürgermeister Hagemann, Neuenkirchen.

Am 29. und 30. Juli fand in Melle das 1. Internationale Vespa-Freundschaftstreffen des Vespa-Clubs Melle statt. Rund 250 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich am Vereinslokal „Waldmeister“ zu einer Korsofahrt mit geschmückten Rollern durch die Stadt versammelt, bei starkem Regen. Danach wurde auf dem Festplatz ein interessantes Geschicklichkeitsturnier vorgeführt. Abends sorgte der „Vespa-Ball“ im „Waldmeister“ für gute Unterhaltung der Teilnehmer.

Zu einer Alarm-Übung wurde die Freiwillige Feuerwehr Melle am Abend des 31. Juli gerufen. Geübt werden sollte die Wasserführung über lange Wegstrecken. Übungsobjekt war die Druckerei Bernhard Scholten, damals noch an der Grönenberger Straße. Unter der Leitung von Stadtbrandmeister Gerhard Beinker wurde eine Schlauchleitung zur „Else“ gelegt. Sie lieferte schon nach acht Minuten Löschwasser.

Ganzseitig berichtete die Zeitung am 5. August über ein schreckliches Ereignis vor zwanzig Jahren: einen Bombenabwurf an der Haferstraße und der Kuhstraße. In der warmen, stillen Sommernacht zum 8. August wurden von einem einzelnen Flugzeug sieben Bomben abgeworfen. Sechs detonierten östlich der Haferstraße und in der Kuhstraße. Dort wurden vier Fachwerkhäuser vollständig zerstört. Die siebte Bombe fiel in einen Garten südlich der Evangelischen Kirche, war offenbar mit einem Zeitzünder versehen und detonierte am Abend des nächsten Tages gegen 21 Uhr, ohne weiteren Schaden anzurichten, weil sie mit Stroh und Torf abgedeckt worden war.

Die achtzehnjährige Luise Derbfuß wurde durch die Bombensplitter tödlich verletzt. An der Kuhstraße wurde – wie durch ein Wunder – niemand getötet oder verletzt.

Am 7. August wurde berichtet, dass dem Ehrenvorsitzenden des TV Neuenkirchen, Heinrich Timmermann, siebzig Jahre alt, die „Goldene Ehrennadel“ des Landessportbundes Niedersachsen verliehen worden war. Überreicht wurde die hohe Auszeichnung vom Kreissportbundvorsitzenden Adolf Krick, der die vielfältigen Verdienste des Geehrten würdigte. Er war über fünfzig Jahre erfolgreich in der Sportbewegung tätig, lange Zeit auch als Vorsitzender des TV Neuenkirchen.

Vor 25 Jahren (1986)

Am 23. Juli wurde mit einem Teilabbruch und der Renovierung der „Alten Posthalterei“ an der Haferstraße begonnen. Abgebrochen wurden die hinteren Gebäudeteile. Es blieb der historische Kern des Vierständerhauses aus dem Jahre 1644, der umfassend renoviert wurde. Gegenwärtig dient das Haus öffentlichen Versammlungen und Sitzungen von Vereinen.

Der frühere Bürgermeister und Gesamtvorsteher von Buer, der Bauer Heinrich Leimbrock, wurde am 25. Juli siebzig Jahre alt. Er war viele Jahre lang kommunalpolitisch tätig. Nach der Gebietsreform im Jahr 1972 war er in Buer Verwaltungsstellenleiter. Im Jahr 1982 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Am seinem Geburtstag wurde ihm viel Dank und Anerkennung zuteil.

Am Ochsenweg in Bakum brach am 28. Juli auf einem Stoppelfeld ein Feuer aus, weil eine Strohpresse in Brand geraten war. Es verbrannten sieben Ballen gepresstes Stroh und eine größere Fläche auf dem Stoppelfeld. Auch der angrenzende Bahndamm war von den Flammen bedroht. Es löschten die Feuerwehren aus Oldendorf und Niederholsten mit der Unterstützung von zwei Tanklöschfahrzeugen aus Melle.

Der Kaninchenzuchtverein Melle richtete nach einem Bericht vom 29. Juli zum 25. Mal seine „Elsetal-Kaninchenschau“ aus. Etwa 850 Tiere waren ausgestellt. Ortsbürgermeister Horst Hoffmann eröffnete zum fünften Male die Schau und überreichte dem Vorsitzenden Hans Maschmeyer den Ehrenteller der Stadt.

In Buer fand am 28. Juli, am Montag nach Jacobi 25. Juli, der traditionelle „Gute Montag“, eine Gemeindeversammlung, unter der „Dicken Linde“ an der „Hilgensele“ statt. Ortsbürgermeister Werner Weßler konnte dazu viele Bürger aus Buer, einige Kommunalpolitiker und Verwaltungsbeamte aus Melle und Lothar Nitschke vom „Medium-Terzett“ begrüßen. Es entwickelte sich eine lebhafte Aussprache über örtliche Probleme. Umrahmt wurde die Versammlung von den „Grönegau-Musikanten“ und einer Schützen-Drumband.

Der 58. Verbandstag des Stadtfeuerwehrverbandes Melle fand vom 8. bis 11. August in Bakum statt, verbunden mit dem achtzigjährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Bakum, die am 19. Juli 1906 gegründet wurde. Gegenwärtig war Karl-Heinz Stümpeley Wehrführer, Stellvertreter war Ernst Winkelmann, der 25 Feuerwehrleute starken Wehr. Dazu gehörten noch sechs Mitglieder der Altersabteilung und sieben passive Mitglieder.

An der großen Korsofahrt am Sonntagnachmittag beteiligten sich 36 Fahrzeuge. Anschließend hielt Stadtdirektor Harald Eberhardt die Festansprache und lobte den vorbildlichen ehrenamtlichen Einsatz der Feuerwehrleute.

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