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Meller Kreisblatt vom 29.06.2011

29.06.2011

Vor 100 Jahren (1911)

In Wehringdorf brannte am späten Abend das Haus des Neubauers Ernst Wäulker. Die Bewohner wurden aus dem „ersten Schlaf“ geweckt. Die Spritzen aus Buer, Tittingdorf, Bennien und Kilver konnten nicht verhindern, dass das schmucke Fachwerkhaus total niederbrannte. Das Mobiliar konnte größtenteils geborgen werden.

Harmonisch verlief bei herrlichem Sommerwetter vom 8. bis 10. Juli das jährliche Schützenfest in Melle. Der Zapfenstreichzug führte am Vorabend durch die mit Fahnen und Laubgebinde geschmückte Innenstadt. Am Sonntagvormittag zog vor der Wohnung des Schützenkönigs H. Meyer an der Neuenkirchener Straße eine Ehrenwache auf. Nachmittags nahm das Königspaar H. Meyer und Frau Heier auf der Rathaustreppe die Parade unter dem Kommando von Schützenmajor Böminghaus ab. Vor dem Festzug durch die Stadt hielt Festpräsident W. Schröder die Festansprache. Am Montagmorgen weckten Böllerschüsse die Bewohner und die Schützen zum Frühstück im Brauereihof. Nach dem Mittagessen, welches Gastwirt Heinrich Vahle bot, fand das Königsschießen statt. Schützenkönig wurde August Schneider, Königin Frau Wedegärtner.

Im schattigen Gehölz des Gutes Königsbrück hielt der Turnverein Neuenkirchen am 9. Juli ein gut besuchtes Turnfest ab. Vorsitzender Lehrer Huntemann sprach über die große Bedeutung des Turnwesens für die Gesundheit der Menschen. In bunter Folge wurden Übungen am Reck, Barren und Pferd mit erstaunlicher Präzision vorgeführt. Das Fest endete abends mit „bengalischen Feuern“.

Eine längere Hitzeperiode endete am 23. Juli mit schweren Gewittern, die mit beängstigender Heftigkeit abends von 21 Uhr bis weit nach Mitternacht von allen Seiten heranzogen. Starkregen und Hagel vernichteten Feld- und Gartenfrüchte. Auch Blitze schlugen in Bäume ein, verschonten aber Gebäude.

In Wellingholzhausen hatte man sie schon lange vermisst, eine öffentliche Badeanstalt, die am 22. Juli eröffnet und sofort eifrig benutzt wurde. Sie lag an der Straße von Wellingholzhausen nach Dissen, nahe der Zeche „Hammerstein“, und wurde von der Hase gespeist.

Vor 75 Jahren (1936)

Ein Gewitterregen verzögerte am Nachmittag des 7. Juli das Richtfest am Rohbau des Feuerwehrhauses, zu dem Bürgermeister Dr. Helmut Lindemann, sein Stellvertreter Rechtsanwalt Gerhard Westendorf, Ratsherrn und Feuerwehrleute gekommen waren. Der Zimmerpolier Conrad Heggemann aus Schlochtern nagelte einen „Puppenstaken“ mit bunten Bändern am First fest und hielt eine launige Ansprache. Den Bau entworfen und die Bauleitung übernommen hatte der Architekt Carl Kocklaun aus Melle. Die Maurerarbeiten hatte die Firma Fr. Becker ausgeführt, die Zimmerarbeiten der Zimmermeister Conrad Potts in Altenmelle.

Am Nachmittag des 7. Juli zog über den Grönegau ein heftiges Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen. Im südlichen Kreisgebiet richtete eine Windhose größere Schäden an. In Dielingdorf wurde ein Wohnhaus abgedeckt.

Völlig unvermutet alarmierte der Landrat von der Forst am Abend des 9. Juli die Feuerwehren Gesmold und Wellingholzhausen zu einer Übung bei der Auburg in Peiingdorf. Die Wasserverhältnisse waren gut: Der Burggraben und die Hase lieferten ausreichend Wasser. Der Landbevölkerung sollte bewiesen werden, wie schnell auch dort die Feuerwehren zur Brandbekämpfung zur Stelle sein konnten.

Eine Werbeveranstaltung für den Schwimmsport sollte das Schwimmen am Sonntag, 12. Juli, im Meller Freibad sein. Alle Teilnehmer zogen in einem Festzug vom Bahnhof durch die Stadt zum Freibad. Nach einer Flaggenhissung sprach Lehrer Imeyer über die Bedeutung des Schwimmens. Einen spannenden Wettkampf boten der Schwimm-Club „Neptun“ Osnabrück und die „Wasserfreunde Hameln“.

Am 12. Juli starb im Alter von 85 Jahren der Bäckermeister und Senator Conrad Caesmann, Ehrenbürger der Stadt Melle seit 1923. Er war vierzig Jahre lang ehrenamtlich in der Kommunalpolitik tätig, seit 1883 als Bürgervorsteher, zeitweilig als stellvertretender Wortführer, und von 1919 bis 1929 als Senator. Auch im Kirchenvorstand des St.-Matthäus-Gemeinde und im Kuratorium des katholischen Krankenhauses wirkte er viele Jahre segensreich.

Über eine Stuten- und Stutfüllenschau auf der Deckstelle beim Gastwirt Kaspar Böhne in Nüven, veranstaltet vom Pferdezuchtverein Melle-Iburg unter dem Vorsitz von Bauer August Hoppenbrock, Gerden, wurde am 18. Juli berichtet. Die Schau war sehr gut beschickt, insbesondere mit einjährigen Stutfüllen. Preisrichter war Landstallmeister Dr. Uppenbohm, Osnabrück-Eversburg.

Das Infanterie-Regiment Nr. 37 Osnabrück bezog am 18. und 19. Juli, von einer Manöver-Übung in der Senne kommend, in der Stadt Melle und in den umliegenden Gemeinden Quartier. Die Bataillonskapelle spielte auf mehreren Platzkonzerten am Sonnabendnachmittag und Sonntagvormittag. Ein Manöverball im Saal Honerkamp war sehr gut besucht. Am Montagmorgen in aller Frühe marschierte das Regiment zurück nach Osnabrück.

Vor 50 Jahren (1961)

Der Prokurist Heinrich Brinker konnte am 1. Juli sein vierzigjähriges Arbeitsjubiläum bei der im Jahre 1921 gegründeten Meller Volksbank feiern. Heinrich Brinker absolvierte eine Lehre bei der damaligen Stadtsparkasse im Rathaus, war auch in der Kämmerei und im Standesamt tätig. Bürgermeister Hans Meyer-zum-Gottesberge veranlasste seine Anstellung bei der Volksbank, bei der er dann vier Jahrzehnte erfolgreich tätig war. Der Vorstand und der Aufsichtsrat sprachen ihm Dank und Anerkennung aus.

Die Kreissparkasse Melle bestand 125 Jahre und feierte dieses Jubiläum am 14. Juli im Kurhotel „Grönenberger Hof“. Am 1. Juli 1836 wurde die Sparkasse im Hause des Apothekers und Ratsherrn Vogelsang an der oberen Mühlenstraße eröffnet. Die Jubiläumsansprachen eröffnete der Vorstandvorsitzende Oberkreisdirektor Rolf Wandhoff. Danach schilderte Direktor Fritz Oslage die Geschichte der Meller Sparkasse. Weitere Redner waren Oberregierungsrat Dr. Mücklei, Osnabrück, Generaldirektor Dr. Pleister, Hannover, Bundestagsabgeordneter Dr. Karl Gossel und Bürgermeister Johann Uttinger für die Stadt Melle. Alle würdigten die Arbeit und das Wirken der Meller Sparkasse. Grußworte und Glückwünsche sprachen aus Superintendent Georg Bruns und Dechant Wilhelm Lübbers.

Vor 25 Jahren (1986)

Im Städtischen Festsaal am Schürenkamp musizierten kurz vor Beginn der Sommerferien nach einem Bericht vom 2. Juli elf Musikgruppen und Chöre der Meller Schulen. Instrumentalgruppen, Bläser und Chöre boten ein beachtliches Programm unter Leitung von Oberstudienrat Rolf Lieske, Gymnasium Melle. Der Erlös der Veranstaltung in Höhe von 470 DM wurde dem Kinderhilfswerk UNICEF gespendet.

Aus Anlass seines fünfundzwanzigjährigen Bestehens veranstaltete der Posaunenchor der Lukasgemeinde Bennien am 5. Juli einen „Volksliederabend“. Der Chor unter der Leitung von Wilhelm Rose wirkte häufiger im Gottesdienst und bei Gemeindeveranstaltungen mit.

Am 5. Juli wurde berichtet, dass der Betriebsleiter der Meller Zündholzfabrik, Ingenieur Hermann Helberg, ein Buch über den Theeshof, seinem elterlichen Heidehof in Manhorn, Lüneburger Heide, herausgegeben habe. In dem Buch mischten sich „Dichtung und Wahrheit“, Namen und Orte waren geändert. Der Hof – auch viele Nachbarhöfe – waren inzwischen abgebrochen, weil sie der Einrichtung eines militärischen Truppenübungsplatzes für immer weichen mussten.

Neunzig Jahre alt wurde am 9. Juli der Dipl.-Ing. Carl Starcke, Inhaber der chemischen Fabrik Rudolf Starcke in Melle. Er war geistig und körperlich noch rüstig, gönnte sich keinen „Ruhestand“ und kümmerte sich noch täglich um betriebliche Belange. In seinem arbeitsreichen Leben hatte er viele Ehrenämter wahrgenommen, unter anderem war er Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Osnabrück und auch kommunalpolitisch tätig gewesen. 1945 war er Bürgermeister von Melle.

Die Technische Universität ernannte ihn 1955 zum Ehrensenator. Geehrt wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse und der Ehrenmedaille der Stadt Melle in Silber.

Am 14. Juli wurde berichtet über die „Burstien“ (Gemeindeversammlungen), die im Stadtteil Gesmold traditionell jedes Jahr im Frühsommer in den ehemaligen Gemeinden stattfanden, in diesem Jahre in Dratum-Ausbergen im Zimmereibetrieb Robert Heggemann, in Wennigsen auf dem Hofe Gerve und in Gesmold an der Femlinde im Ort.

In Wennigsen waren nur Männer zugelassen, in Dratum und Gesmold neuerdings auch Frauen. In Gesmold erhielt der Pfarrer vom Ortsvorsteher eine Kerze und der Küster ein Brot.

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